Besonders kurze Kurzgeschichten (1)

Der Sinn dieser Geschichten liegt darin, mit möglichst wenigen Worten einen Film im Kopfkino und Gefühle im Gemüt des Lesers entstehen zu lassen.

 

Früh übt sich

Bernd lernte von seinem Vater schon früh die Überzeugungskraft der Faust. Wer härter schlägt, hat Recht. Bernd bekam täglich seine Lektion. Als Bernd fünfzehn war, hatte er genug gelernt und erschlug seinen Vater. Im Jugendgefängnis trainierte er weiter. Dort traf er seinen Meister. Jetzt liegt Bernd mit einer durchgeschnittenen Kehle neben seinem Vater.

Miriam

Miriam sah mit sechs, was ihre Mutter mit den Männern macht. Als Miriam zehn war, überließ die Mutter sie dem Zuhälter zum Üben. Als Miriam dreizehn war, bekam sie ihr erstes Kind, mit fünfzehn das zweite – von verschiedenen Männern. Mit siebzehn stand sie vor dem Richter, weil sie ihren Zuhälter umgebracht hatte, und sagte: „Ich hatte die Wahl: Entweder nimmt er das Zyankali oder ich. Da habe ich mich für das Leben entschieden. Ich möchte meinen Töchtern eine gute Mutter sein!“

Adam, Eva und die Schlange

Nach dem Sündenfall fragte Adam die Schlange: „Warum hast du Eva nicht gesagt, dass du eine Frau bist?“ – Die Schlange lächelte: „Weil ich eine Frau bin!“

Das eherne Gesetz

Moshe, ein Jude, und Fatima, ein Mädchen aus einer Hamas-Familie im Gaza-Streifen, verliebten sich. Da bekriegten sich ihre Familien – um des lieben Friedens willen, denn Jahwe und der Prophet wollen das so. Angeblich.

Reife Erkenntnis

Er heiratete sie, weil er erkannte hatte, wie sehr sie seelenverwandt waren. Es dauerte Jahre, bis er sich eingestand, dass er nur die Frau geheiratet hatte, die er in ihr vermutet hatte.

Kleiderordnung

Es ist mir klar, warum  Frauen keine leitenden Posten in der katholischen Kirche bekleiden dürfen. Die katholischen Geistlichen tragen schon alle weibliche Kleider mit Brustschmuck und umgeben sich mit benebelnden Düften. Sie bekämpfen das, was sie an sich selbst nicht sehen wollen.
Welch große Angst müssen die Geistlichen vor dem Weiblichen haben! Und welcher juristisch und klerikal verschwurbelte Kontext muss zur Rechtfertigung dieses frauenfeindlichen Verhaltens gezüchtet und aufrechterhalten werden!

Kleiner Unterschied

Hitler bekämpfte und verjagte die Juden, um einen reinen Staat aufzubauen. Der israelische Staat und besonders die Zionisten bekämpf(t)en und verjag(t)en die Palästinenser, um einen reinen Staat aufzubauen. Nur die Zahl der Ermordeten und die Unterstützung Israels durch die USA und Deutschland machen den Unterschied. In Israel ist es gesetzlich verboten, öffentlich auf die Verfolgung der Palästinenser  vor der Staatsgründung (Nakba) hinzuweisen.

Das folgende Zitat hat die Vertreibung der Palästinenser damals untermauert. Es stammt von Vladimir Jabotinsky, dem Begründer der zionistischen Rechten, 1923(!), und es wirkt immer noch.

„Zyonistische Kolonisierung …. muss entweder beendet oder gegen den Willen der eingeborenen Bevölkerung durchgeführt werden. Diese Kolonisierung kann also nur weitergeführt und entwickelt werden unter dem Schutz einer Macht, die von der lokalen Bevölkerung unabhängig ist – hinter einer eisernen Mauer, die die eingeborene Bevölkerung nicht durchbrechen kann.“

Sprachdefizit

Die Eselin fragte vorwurfsvoll ihren Mann: „Warum sagst auch immer J-A, wenn der Bauer dir den Rücken vollpackt?“

Im Garten

Die Schnecke war empört, als ihr Nachbar sie auf dem frisch gemähten Rasen rechts überholte: „Du bist ein ja ein richtiger Verkehrsrowdy!“

Im Wald

Zwei Zahnstocher gehen durch den Wald. Da kommt ein Igel vorbei. Da sagt einer der Zahnstocher: Ich wusste gar nicht, dass es hier auch einen Bus gibt!“

 Am Mobiltelefon

„Können Sie mich hören?“ – „Nein!“

Nachtberatung am Telefon – eine wahre Geschichte

Mein Telefon klingelte mitten in der Nacht. Die Frau schluchzte verzweifelt und war deshalb kaum verstehbar: „Es ist etwas Schreckliches passiert, Herr Doktor! Gestern Abend hatte ich 39,5° Fieber, es war ganz furchtbar. Dann habe ich Aspirin genommen! Und jetzt ist es ganz schrecklich! Jetzt habe ich kein Fieber mehr. Was um Himmels willen soll ich jetzt machen?“ –
„Jetzt nichts! Wenn Sie wollen, können Sie um acht in die Sprechstunde kommen. Gute Nacht! “

Die wieder hergestellte Ehre

Salima lernte Christoph in der Schule in Berlin kennen. Amor schoss seinen Pfeil zielsicher. Trotz des erbitterten Widerstands der Männer in Salimas türkischer Familie wollte das Liebespaar  fliehen und im Ausland heiraten und leben.  Da zwang Salimas Vater seinen jüngsten Sohn Ahmed, die mit Schlafmitteln betäubte Schwester zu erschießen. Dann war Salimas Vater zufrieden, und er lobte seinen Jüngsten, der weinend neben der Toten kniete. Die Ehre war gerettet. –
Welche Ehre?

Ein Satz aus der Sprechstunde

Die zwanzigjährige ledige Ägypterin sagte mit einem tiefen Seufzer der Erleichterung: „Oh, bin ich froh, dass der Schwangerschaftstest negativ ist! Wenn mein Vater wüsste, dass ich einen Freund habe und mit ihm schlafe, würde mein Vater zuerst den Freund und dann mich töten.“

Das Gesetz der verdorrten Bäume

Ich ging in Paris eine sehr frequentierte Einkaufsstraße entlang. Vor jedem Laden stand ein großer Kübel mit einem Baum drin. Alle Bäume waren verdorrt. Da sagte ein Kind: „Das ist doch ganz einfach. Wenn jeder Ladenbesitzer nur seinen Baum gießt, blühen alle Bäume!“

 

 

Copyright Dr. Dietrich Weller

 

 

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Wertschätzende Kommunikation zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern – ein wichtiger Beitrag zu Gesundheit, Unternehmenskultur und Produktivität

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Wertschätzende Kommunikation-Kapfenburg

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Silbenschmiede – Einführung von Dr. Günter Neumeyer

Silben – Wort –und Sprachspiele
in der Silbenschmiede

Im Alter lassen Gedächtnisleistungen nach, aber auch schon in jüngeren Jahren verlieren Nerven bei Monotonie und Nichtgebrauch ihre Plastizität und das Erinnerungsvermögen wird vermindert.

Bewusst erlebte Beobachtungen oder Erinnerungen in schriftlicher Form fördern die Nervenzell-Verbindungen im menschlichen Gehirn bei aktiven Denkprozesse wie z.B. Sprechen, Schreiben, Musizieren, künstlerischen Schaffen, Handwerken oder bei Muskel-Training.

Das „Denksport-Schreib-Training“ ist mit dem  „Muskeltraining“ zu vergleichen. Nichtbenutzung führt zur Verminderung von Denkfähigkeit  und der Erinnerungs-Leistungen.

Ältere Menschen können ebenso wie jüngere Menschen aus ihrem Langzeitgedächtnis Worte, Sätze, Begriffe und Zusammenhänge hervorholen und z. B. zu Silben-Reimen, Reim-Gedichten oder Prosa-Lyrik schriftlich verarbeiten. Durch regelmäßig durchgeführte schriftliche Formulierungen (z.B. bei Brief– oder Tagebuchschreiben) wird sogar das Kurzzeitgedächtnis wieder neu belebt.

Literatur:
Doidge,  Norman, „Neustart im Kopf: wie sich unser Gehirn selbst repariert“
Campus-Verlag, Frankfurt a. M. & New York 2008
Ärztezeitung  vom 20.11.2011: „Kognitives Training hilft“

 

In der „Literatur-Werkstatt „Die Silbenschmiede“ fanden sich Anfang des neuen Jahrtausends Senioren zusammen, um zunächst  mit der Gestaltung aphoristischer „Haiku-artiger 5-7-5-Silben – Gestaltungen zu beginnen. Im Laufe der Zusammenarbeit wurden dann auch neue Formate nach eigenen Vorstellungen entwickelt (Kurze Reim-Gedichte oder Prosa-Lyriken aus eigener Schöpfung und „Umdichtungen“ kurzer Reim – und Prosa-Lyrik bekannter Autoren).

In früheren Zeiten haben Literaten mit Buchstaben, Silben oder Wörtern  kunstvolle und abenteuerliche Formen und Gebilde gestaltet. Besonders im Dadaismus  war das eine beliebte Spielerei.

(Literatur: „Poetische Sprachspiele – vom Mittelalter bis zur Gegenwart,“ Reclam, 2002).

2012  brachte die Verleihung des Literatur-Nobelpreises an den schwedischen Senioren-Literaten Thomas Tranströmer für seine bildhaft-metaphorischen Silben-Verse im Stil japanischer Haikus  eine  Bestätigung für das Vorhaben.

In dem Buch „Imperial China“ wird beschrieben, dass der Kaiser Quianlong  mehr als
40 000 Gedichte verfasst hat. In China mussten Staatsbeamte mit intensiven literarischen Prüfungen unter Beweis stellen, dass sie nicht nur des Lesens kundig waren und über einen durch Bücher gewonnenen Wissensschatz verfügten, sondern dass sie auch fähig waren, selber Gedichte und Erzählungen  zu verfassen.

Vom derzeitigen Premierminister Wen Jiabao ist bekannt, dass er selber gern Gedichte verfasst

Die Beschäftigung mit der Selbst-Gestaltung literarischer Gebilde hat bei den Teilnehmenden sowohl das Kurzzeit – als auch vor allem das Langzeit – Gedächtnis angeregt..

Beispiele

 Fenster

(Wörter oder Silben von links unten senkrecht hoch, waagerecht nach rechts,
senkrecht nach unten und waagerecht nach links)

Wenn wir jetzt ein Fenster konstruieren,
muss auf                                            der ei-
nen Sei-                                              te ein
Rahmen                                             sein und
auf der                                                and´ren
auch, sonst                                        kann man
nicht durch                                        das Glas
schauen, und das wäre nicht zweckmäßig. (D.W.)

nung  sind  Bau – stei – ne  für
Hoff-                                  ein
be,                                       zu
Lie-                                     frie
be,                                       de-
Glau- /  Welt  der in  Sein  nes (G.N.)

Wortspiele

Als die Nachfahren bei den Vorfahren
mit dem Fahrzeug vorfahren wollten,
war ihr Fahrer nicht ganz fahrfähig,
weil er fahrlässig die Fahrerlaubnis
verfahrenshalber verloren hatte.
Ein anderer Fahrer musste fahren..
In dem fast abgefahrenen Gefährt
saßen die zwei Gefährten des Fahrers
und meinten, dass des Fahrers Fahrlehrer
ein abgefahrener Fahrkünstler gewesen sei. (H.H.)

 

Ich würde sagen, wir sollten –
Ich sollte meinen, wir hätten –
Ich möchte glauben, wir könnten –
Ich könnte schwören, wir möchten –
Ich möchte annehmen, wir müssten –
Ich dürfte glauben, wir würden

(Aus „Poetische Sprachspiele“, (Reclam, 2002 :286, R.O.Wiemer)

Silbenkompositionen

 

1-2-1-er

Ich                  Von
habe               Fall zu
nichts            Fall

            

2-4-2-er

Gerne                  Duldsam
würden wir         erweisen sich
bleiben              Diener

 

3 -5-3-er  

Die Knechtschaft              Kommodig
fordert Tribute                      liegt man gern auf dem
an Leben                                Chaiselongue

 

4-6-4-er

Bedachtsamkeit                               Klar blickende
weist auf phlegmatische                    Augen entzücken die
Menschen Typen.                               meisten Männer.

 

5-7-5-er

Exakte Fassung                                             Auch gute Reime
der Silben-Folgen schaffen                         statt strenge Haiku – Formen
den rechten Haiku.                                    regen den Geist an.

 

Die Halbwertzeiten                                   Halbedelsteine
medizinischen Wissens                                kosten wegen Seltenheit
werden stets kürzer                                       oft große Summen

 

Doppel-6-7-5-er

einen Cent beim „Aufrunden
an der Kasse gibt,
dann kommen täglich
achthunderttausend Euro
in Spendenkassen.

 

Am Beginn steht man
wie ein Rätselratender
vor einer Denkwand.
Lange Überlegungen
erfordert erster „Tanka“.
Dann aber geht’s los!

 

 

Elfchen

Achtsamkeit
ist ruhevolles,
wertfreies, geduldiges Betrachten
des momentanen Geschehens in
mir.

Elfer

Als Dichter erscheinst du  illuster-famos,
als Mensch hast du meistens eine Schraube los!

Es ist besser, ein kleines Licht anzünden
als über Dunkelheit dauernd zu schimpfen.

 

Raute (1-2-3-4-5-5-4-3-2-1)

Der
Affe
wäscht die Nuss
im Meerwasser.
Sie schmeckt ihm sehr gut.
Er kreischt vor Freude.
Alle Affen
machen es ihm
alsbald
nach.

Was
kann das
bedeuten?
Affendenken
verbreitet sich rasch
rund um den Globus.
Ohne Google!
Präzise,
weit und
breit.

 Hexa über 3 oder 4 Zeilen je 3-3 Silben

 Anlage                in Häuser
lohnt sich nur,    wenn Mieten
höher sind           als Kaufpreis. 

Zufälle –          Sie spinnen
wie ein Netz    Bindungen
mit langen       Haftfäden
oft lange          im Voraus
Limerick

Manche Denker schöpfen
aus uralten Töpfen
Gedanken von Männern
und großen Kennern
und deren genialen Köpfen.

Statt nur träge rumzusitzen,‘
sollten Dicke besser flitzen;
schwimmen, joggen, rennen,
Kalo-Joule verbrennen
und dabei kräftig schwitzen.

 

Dreieck (Pyramide, 1-10 Silben)

 Weil
dicke
Elefanten
starke Muskeln
haben, werden sie
gern als Arbeitstiere
für Schwerarbeiten gebraucht
und erhalten deswegen auch
gute Verpflegung und Betreuung
durch Elefantenpflege-Mahouts.

Viereck (Quadrat, 10 x 10 Silben)

Am Anbeginn jeglicher Anfänge
war die Leere des Namenlosen.
In namenloser Leere war das Sein.
Aus leerem Sein entstand Materie.
Aus formlosen Dingen entstand Leben.
Geistige Kräfte formten die Körper.
Geist-Materien formen im Leben
die sich verwandelnden Daseinsformen
in ewig kreisend’ Werden und Vergeh’n
Ohne Anfang und auch ohne Ende

 

 

Prosa-Lyrik

Es entgleitet meinen Händen,
je mehr ich es zu ergreifen und festzuhalten versuche.
Erst wenn es mir nicht mehr wichtig erscheint,
fällt es mir zu wie ein Geschenk.
Sommer und Winter kommen und gehen
und die Natur wandelt ihr Gesicht,
ganz ohne Mühe und Anstrengung
Alles hat seine Zeit und geht seinen Weg
und findet seine Vollendung.
Werde auch ich  einst vollendet sein?

Reim-Lyrik

Es schwang sich ein Gedankenbild
aus weiter Ferne in mich ein.
Mein Geist, er wurde ganz erfüllt
von einem völlig Anderssein.
Ich stand in einem fremden Garten
in Blütenpracht und Sonnenschein.
Ich braucht’ nicht lange warten,
das trat die schöne Frau herein.
Sie lächelte und sprach zu mir
mit seltsam fremden Worten.
Mit Klarverstehen folgt’ ich ihr
zu fremdlich – unbekannten Orten.
Doch schon nach kurzem Warten
setzte das Erleben aus.
Befand mich wieder in dem Garten –
und gleich darauf bei mir zu Haus.

 

Beispiel für „Umdichtung“

  Geh’ aus mein Herz

 

Version: Paul Gerhard                                Version: Günter Neumeyer

Geh’ aus  mein Herz und suche Freud           Geh aus mein Herr und sieh das Leid
in dieser schönen Sommerzeit                         in dieser Schöpfung weit und breit,
an deines Gottes Gaben!                                   das wir geschaffen haben.
Schau an der schönen Gärten Zier                  Schau an  die Welt in ihrer Not, vom
und siehe, wie sie mir und dir                          Wärmetod ist sie bedroht,
sich ausgeschmücket haben.                            verbrannt sind ihre Gaben.

Die Bäume stehen voller Laub,                       Den Bäumen fehlet bald ihr Laub,
das Erdreich decket seinen Staub                   das Erdreich decket seinen Staub.
mit einem grünen Kleide.                                 Der Wald, der ist bald umgebracht
Narzissen und die Tulipan                               die Luft vergiftet Tag und Nacht
die ziehen sich viel schöner an,                       das Wasser kann’s nicht fassen.
als Salomonis Seiden.

Die Lerche schwingt sich in die Luft.              Motorenlärm durchdringt  die Luft.
Das Täublein fliegt aus seiner Kluft               Raketen lauern in der Gruft,
und macht sich in die Wälder.                         bedrohen alles Leben.
Die hochbegabte Nachtigall                             Schreckenswaffen ohne Zahl
ergötzt und füllt mit ihrem Schall                   versteckt in Hügel, Berg und Tal;
Berg, Hügel, Tal und Felder.                            und  Kriege wird’s bald geben.

Die Glucke führt ihr Völklein an.                    Das Huhn legt in der Batterie
Der Storch baut und bewohnt sein Haus-.     die kleinen Kücken sieht es nie.
Der schnelle Hirsch, das leichte Reh               Der Storch kommt nicht zurück zum Haus,
ist froh und kommt aus seiner  Höh’              die Frösch’ und Kröten sterben aus,
ins tiefe Gras gesprungen.                                 der Vogelsang verklungen.

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Ende und Anfang

„Die rapsgelben Felder, der blaue See dort unten mit den sanften Bergen und den vereinzelten Bauernhäusern dahinter! Und dieser hohe Himmel über allem! Welch ein friedlicher Platz!“
Barbara streicht zärtlich über Holgers Schläfen und schmiegt sich an ihn.
„Ja“, flüstert Holger, um die Stille nicht zu zerstören, „ja, ich weiß!“
Barbara schaut ihn erstaunt an: „Warst du schon einmal hier?“
Holger nickt wortlos, und zwischen seinen zusammengekniffenen Augenlidern blickt er
in die Weite der Vergangenheit. Er drückt Barbara fest an sich und spürt, wie intensiv er Vergangenheit und Gegenwart in diesem Moment verbindet.
Nach einer langen Pause, in der er gedanklich den wohl überlegten Schritt in die Zukunft geht, löst er Barbara langsam aus seinem Arm, dreht sich auf der Bank um und zeigt auf ein verwittertes Herz in der Rinde der großen Kiefer direkt hinter ihnen.
Barbara sieht dort „A + H“ eingeschnitzt und darunter „2.5.1980“. Sie schaut Holger verblüfft an.
„Hast du das gemacht?“
Als Holger nickt, fragt sie: „Wer ist A?“
„Wegen ihr und uns beiden habe ich dich heute hierher geführt“, meint Holger nachdenklich.
Barbara rutscht ein kleines Stückchen weg von ihm und lächelt argwöhnisch: „Muss ich eifersüchtig werden?!“
Holger schüttelt langsam den Kopf und bleibt ernst: „Nein, nein! Schau dir mal das
Datum an!“
Barbara überlegt kurz, dann erkennt sie: „Das ist ja genau auf den Tag vor zehn Jahren gewesen! – Wer ist A? Und wo ist A jetzt? “
„A steht für Anna, wir waren an ihrem zwanzigsten Geburtstag hier! Heute wäre sie dreißig.“
„Wäre?“, fragt Barbara sofort.

In Holgers Augen schimmern Tränen. Barbara legt ihre Hand auf seine und wartet.
Holgers Stimme zittert:
„Anna war meine große Liebe, und diese Bank hier war unser Lieblingsplatz.“
Es fällt Barbara schwer, die Spannung auszuhalten. Aber sie spürt, dass sie jetzt nicht drängen darf. Holger ringt mit seinen Gefühlen und hat Mühe, ruhig zu sprechen.
„Hier haben wir uns damals verlobt und ausgemacht, zwei Monate später zu heiraten.“
Er schweigt und sieht hinter seinen verschlossenen Lidern sich und Anna glücklich umschlungen auf der Bank, bis Barbaras Stimme ihn leise  drängt:
„Und dann?“
„Eine Woche später erfuhren wir, dass sie Leukämie hatte.“
„Das ist ja schrecklich!“, entfährt es Barbara, „erzähl weiter!“
Sie heftet Ihre schreckgeweiteten Augen an seine Lippen.

„Eigentlich gibt es nicht viel zu erzählen:
Sie kämpfte neun Monate tapfer gegen eine Leukämie, die auf keine Chemotherapie ansprach.
In einer kurzen, trügerischen Phase der Besserung haben wir tatsächlich zwei Monate
später geheiratet.
Wir spürten, wir haben nur kurze Zeit, unsere Liebe trotz Angst zu genießen.
Ich habe noch nie so intensiv gelebt wie in diesen Monaten und alle Gefühle, Gedanken und Bilder im Tagebuch meines Herzens aufgenommen. Davon habe ich in den vergangenen Jahren gezehrt.
Eines Tages Anfang Februar bat Anna mich im Krankenhaus darum, ich solle sie wenigstens für ein paar Minuten hierher an unseren Lieblingsplatz bringen.
Ich sagte, sie sei zu krank, um das Risiko eines Ausflugs einzugehen. Aber sie bettelte  darum wie ein kleines Kind.
Es war ihr sehr wichtig und dringend. Und ich fühlte, es war ihr letzter Wunsch.“

Er schaut Barbara mit Tränen in den Augen an. Dann spricht er mit langen Pausen weiter.

„Ich trug sie wegen der beißenden Kälte in Winterkleidern und in einem Schlafsack vom Auto hier her. Sie war viel zu schwach zum Gehen.
Ihre rote Lieblingsmütze verbarg ihren kahlen Kopf und war doch ein Alarmlicht. –
Ich hatte Decken dabei und eine Thermoskanne mit heißem Tee. –
Aber wir wärmten uns mit Küssen und Umarmungen. –
So saßen wir im Schnee zusammengekuschelt auf dieser Bank. –
Die Landschaft war ganz weiß– wie mit einem Leichentuch verhüllt – auch der See lag unter einer Schnee- und Eisdecke. –
Ich sah diesen einfarbig hellgrauen Himmel über uns und keinen Sonnenstrahl. –
Die Landschaft war schon tot, Anna stirbt auch, dachte ich damals. –
Und ich fühlte genau, wie Anna hier von der Welt und von mir Abschied nahm. –
Nachdem ich sie wieder in die Klinik gebracht hatte, wurde sie in der folgenden Nacht
bewusstlos. – Sie wachte nicht mehr auf! –
Am Tag der Beerdigung setzte das Tauwetter ein. –
Die Bäume auf dem Friedhof weinten sich den Schnee von den Zweigen. –
Danach fuhr ich hierher, um mit Anna allein zu sein. –
Die herunter tropfenden Kiefernadeln vermischten sich mit der aufgeweichten Erde und wurden im Schneewasser ertränkt.
Ich saß unter einem Schirm und ließ meiner Trauer freien Lauf. “

Barbara schaut Holger liebevoll in die Augen, nimmt seine Hände und sagt leise: „Danke, dass du mir das erzählt hast.“

Erst nach einer Pause fragt sie: „Und warum hast du mir die Geschichte gerade hier und heute offenbart?“

Holger lächelt: „Jedes Jahr an ihrem Geburtstag war ich bisher hier. Und drei Jahre nach ihrem Tod habe ich Anna und mir versprochen: Wenn ich je eine Frau finde, für die ich eine gleiche große Liebe spüre, werde ich sie Anna hier vorstellen. Heute möchte ich von Anna und diesem Platz Abschied nehmen, damit ich mit dir eine gemeinsame Zukunft beginnen und einen neuen Lieblingsplatz finden kann.“

Barbara gleitet langsam in seine offenen Arme. Sie schweigen lange und innig.

Copyright Dr. Dietrich Weller
Diese Geschichte entstand in der Schreibwerkstatt als Hausaufgabe.

 

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Der Zufall in Gedicht und Prosa

Die Silbenschmiede ist eine Werkstatt für Gedichte, die auf Spielen mit Silben beruhen. Sie soll die geistige Kreativität und den Humor fördern.
Die Idee dazu hatte mein Kollege Dr. med. Günther Neumeyer aus Hollenstedt. Er hat mir die Sammlung der Werke geschickt, die in einer Werkstatt entstanden ist, die er mit  Freunden und Bekannten unterhält. Er hat mir auch erlaubt, alle Gedichte hier zu veröffentlichen. Dafür danke ich ihm sehr herzlich.
Die Sammlung wird kontinuierlich erweitert.

 

Der Zufall ist keine Zufälligkeit

 (Reim-Lyrik)

Er kommt zu jeder Stund’.
Keiner weiß den Grund.
Grad’ wenn man’s nicht erwartet
spontan ein neuer Zufall startet.
Als hätt’ man sie vorausgeseh’n
die Freunde vor der Haustür steh’n.
Man weiß es meistens schon,
wer d’ran ist grad’ am Telefon.
Briefe aus zwei Postbereichen,
deren Inhalte sich gleichen.
Ist auch der Zufall oftmals trüglich,
doch meistens ist er ganz vergnüglich.
Das führt die Menschen oft zum Lachen
bei manchen krausen Zufalls-Sachen.

 

Der Verstandesmensch
macht sich keine Gedanken
über den Zufall.

Der Begriff „Zufall“
sagt aus, dass von irgendwo
uns etwas zufällt.

Wie oft sind wir uns
im Leben ganz per Zufall
über’n Weg gelaufen?

Ein Tropfen Zufall
hält den Erfolgsmotor oft
sehr lang am Laufen.

Situation
ohne Ausweg? Dann hilft oft
sogar der Zufall.

Der Zufall hilft oft
Diagnosen zu klären,
ganz ohne Labor.

Der Zufall stellt dem
Egoisten oft ein Bein
und sorgt für Ausgleich.

Die  Strings begleiten
die Zufalls Ereignisse,
wie durch Vorsehung.

Unverhofft kommt oft.
Zufall oder Bestimmung?
Entscheidung schwierig.

Ist Zufall geplant
von mächtigen Welt-Lenkern?
Manchmal scheint das so.

Zufall ist ein Trick
Gottes, inkognito zu
sein für uns Menschen.

 

(Tanka-Typ)

Als Zufallsprodukt
ist Leben zu betrachten:
Ein Same aus der
Spermien-Menge
bringt dem Ei die Baupläne
für Körper und  Geist.

(Zweiundzwanziger)

Zufällig war auf der „Wilhelm Gustloff“
kein Platz mehr frei. Wir blieben am Leben.

Zufälle gibt es im Leben häufiger.
Optimisten erleben Zufälle oft.

Der Zufall ignoriert den Egoisten
oder er stellt ihm gelegentlich  ein Bein.

Es scheint eine Zufalls-Häufungs-Prädispo-
sition bei guten Menschen zu geben.

Zufall ist nicht berechenbar für Menschen,
aber wir können ihn oft für uns nützen.

Wenn wir wissen, dass es den Zufall oft gibt,
müssen wir nur darauf achten, ihn zu seh´n.

 

(Hexa)

Zufälle –            Sie spinnen
wie ein Netz       Bindungen
mit langen          Haftfäden
oft lange              im Voraus

(Limerick)

Wie aus dem Weltall
kommt oft mit Knall
manchmal ganz plötzlich,
oft auch ergötzlich
unverhofft der Zufall.

 

(Rauten)

Der
Zufall
verwandelt
das Geschehen
oft recht dramatisch
zur Horror-Szene
mit Toten
und viel
Leid.

Man
sollte
Zufälle
als Engelsweg
für’s Leben achten.
Statistik nutzlos.
Grenzt an Wunder.
Nie sinn-
los.

Wenn
es die
fädigen
Stings des Schicksals
günstig einrichten,
überlassen sie
eine Zeit lang
dem Zufall
freie
Hand.

Der
Zufall
im Leben
hilft doch sehr oft
bei Schwierigkeiten
und weist dann den Weg
in die Richtung
zum guten
Dasein
auf.

(Dreieck)

Der
Zufall
ist keine
Zufälligkeit,
sondern ein Geflecht
vieler Schicksalsfäden,
die in der Realität
zu den Verbindungen führen
deren  Erscheinungen von Menschen
als Zufälle ausgedeutet werden.

Wenn
Zufall
im Spiel ist,
hat der Verstand
nur wenig Chancen
zum Zuge zu kommen,
denn nichts ist a-logischer
als zufälliges Geschehen
dessen Ursachen unbekannt sind
und sehr selten eine Herkunft weisen.

(Viereck)

Die Freundesmutter liegt im Krankenhaus
und redet mit ihrer Bettnachbarin.
Diese fällt mitten im Gespräch tot um.
Bei dem Besuch in der Rehaklinik
finden Mutter und Sohn einen Tisch
neben zwei Damen im Klinik-Café.
Zufällig erwähnen sie im Gespräch
das seltsame Ereignis in der Klinik.
Das mischt sich eine Dame am Tisch ein
und sagt: „Das war meine Lieblings-Base“!

 

Das Erlebnis eines echten Zufalls
löst bei manchen Menschen Erstaunen aus.
Coinzidenz sei ein Naturgesetz
meinen heute selbst die Para-Forscher.
Weil ja im Bereich der kleinsten Fäden
die Materien und Energien
weltweit in enger Verbindung stehen
kann es gleichsam wie auf Schicksals-Gleisen
jederzeit zu Verbindungen zwischen
Affinitäten als Zufall kommen.

 

Ansichten und Aussagen über den „Zufall“

(Zusammenstellung: G. Neumeyer, 2013)

 

C.G. Jung schuf den Begriff der „Synchonizität“, des zur gleichen Zeit auftretenden Geschehens.  Menschen können  ihre Wahrnehmungen und ihre Gedächtnis für synchrone „Zufälligkeiten“ intuitiv schulen, sofern sie sich frei und unbelastet fühlen.

Je beruhigter Körper, Gefühle und Geist, umso deutlicher empfindet sich das Individuum als Teil des Ganzen der Natur. Offenheit des Geistes und spielerischer Umgang mit Ideen sowie Wachheit und Aufgeschlossenheit für die sozialen Umwelt begünstigen dis intuitiven Empfindungen bei Erfahrungen von Zufällen..

Beim normal – alltäglichen, egozentrischen Dahinleben verkümmern die Fähigkeiten zur intuitiven Innenschau und mit ihnen die Erlebnisse von Synchronizitäten.

 

Arthur Koestler „Die Wurzeln des Zufalls“

(Suhrkamp-Taschenbuch, 1972)

Phänomene des Zufalls im Sinne der Serialität und Synchronizität, (der „Beziehung des Bezüglichen“) erleben Menschen in ihrem Leben regelmäßig, nur die Wenigsten sprechen  gern  über derartige Erlebnisse, um von den anderen nicht für abartig spirituell gehalten zu werden.

Trotz aller wissenschaftlichen und pseudowissenschaftlich-metaphysischen Erklarungs –Versuche bleiben Gleichzeitigkeits – Geschehnisse (z.B. an entfernten Orten), Voraussagen künftiger Ereignisse, Rückschauen auf frühere Daseins – Zustände im Grunde unerklärlich und werden von naturwissenschaftlich Gebildeten in den Bereich der Phantasie verwiesen.

Die neuzeitliche Physik ist mit der Quanten-Theorie zu der Auffassung gelangt, dass Materie und Energie identisch sind.

Energie wird als Schwingungs-Differenzierung von Raum und Zeit betrachtet. Es existiert im Universum keine in sich abgeschlossene, gleich bleibende Existenz. Alles ist mit allem verwoben und durchdrungen und verwandelt sich unaufhörlich.

Das Prinzip des Holons, einer auseinander strebenden Dissoziation und einer gleichzeitig zu einander führenden Integration durchdringt Materie und Lebendes. Schnittpunkte dieser Kräfte schaffen „Zufalls-Ereignisse.

 

Wilhelm von Scholz „Zufall oder Schicksal“

(List-Fischer, 1959)

Der Zufall trifft zur rechten Zeit am rechten Ort auf Anlässe und Umstände, die für den Lebenslauf des Individuums von bestimmende Bedeutung werden können. A. Schopenhauer schrieb einst über

„Die transcendenten Spekulationen der Absichtlichkeiten im Schicksal des Einzelnen“. Er erkennt in der Natur eine gesetzmäßige Zweckmäßigkeit im Rahmen einer Weltgrund-Willens-Idee.

Der Zufall wird als ein Glied in einer Kette von Notwendigkeiten in einem weit in Raum und Zeit  gespannten Netz der Zusammenhänge betrachtet.

Für die Menschen bleibt das Spektakel des Zufalls trotz aller wissenschaftlichen Erkenntnisse über Genetik und Umwelteinflüsse völlig unbegreiflich.

 

Jan Cederquist „Zufall ist keine Zufälligkeit“

(„Slumpen är ingen tillfällighet“, Manpocket-Verlag)

Zufällig auftretende Ereignisse im Sinne einer „absichtsvollen Gleichzeitigkeit“  stiften überraschend entweder Nutzen  oder auch Schaden für den Einzelnen oder größere Gruppen von Individuen.

„Wer sich der Ganzheit der Natur intuitiv anvertraut, dem gibt die Natur etwas zurück“, so sagt es ein altes Indianer – Wort.

Bei empfindsamen Menschen entsteht beim Eintreten eines für sie bestimmenden Zufalls-Ereignisses der Eindruck, als sei dabei eine „universale Choreografie“ am Werk gewesen. Es fühlt sich an, als hätten “gleich – schwingende Wellen“ über passende Antennen plötzlich Verbindungen geschaffen.

 

Kammerer berichtet in seinem Buch „Das Gesetz der Serie“ über Hunderte Zufalls – Anekdoten und postuliert den Begriff der Wellen der Serialität, die alles mit allem verbinden. Menschen erkennen diese Serialitäts -Gesetze nur im Bereich ihrer Höhe – oder Schnittpunkte, den Zufallsereignissen.

 

 Jörg Zink „Welt-Geist, Menschen-Geist“

(Politik-Forum, /18/2006)

Die Wirklichkeit, die wir Menschen als wahr befinden ist in Wirklichkeit nach allen Seiten hin offen und für den Verstand unbegreiflich. Wer könnte „wissenschaftlich fundiert“ begründen, wie und warum der Zufall im menschlichen Leben oft eine so bedeutende Rolle spielt? Praktisch begegnen jedem Menschen Zufälle im Leben. Der eine nimmt sie als solche wahr und wundert sich, der andere sieht über ihre Seltsamkeit geflissentlich weg und vergisst sie.

Religionen versuchen, dem Menschen die Unbegreiflichkeit der Welt und seiner Existenz zu erläutern und ihn vor dem Leiden an seiner Unwissenheit zu schützen. Schicksalsfügungen des Weltenlenkers regieren tröstlich die Zufalls-Ereignisse auf wunderbare Weise..

 

R. H. Höpcke „Zufälle gibt es nicht“.

Die verborgene Ordnung unseres Lebens“ (dtv, 1999)

Koinzidenzen und zufällige Begegnungen erlebt jeder Mensch im Laufe seines Lebens. Synchronizitäten weisen über den Aspekt der zufälligen Begegnung hinaus fast regelmäßig auch einen Zusammenhang mit Lebenskrisen oder unbewussten Wünschen nach Veränderungen aus.

Besonders seltsam erscheinen unerwartete déja-vue Zufalls-Geschehnisse, die jahrelang von ihrem Eintreten in Wahrträumen  gesehen wurden.

Der aufgeklärte Mensch weiß alles über Ursache und Wirkung in seiner Materiewelt  und reagiert daher mehr oder weniger amüsiert oder gelangweilt, wenn er akausale Zufalls – Ereignisse  erfährt. Weil es sich bei Zufalls – Erlebnissen stets um Erlebnisse des Individuums handelt, ist es sehr einfach, die Zufalls-Erlebnisse anderer anzuzweifeln oder ins Lächerliche zu ziehen.

 

K. G. Carus  „“Magische Wirkungen im Leben, in der Wissenschaft und der Kunst“

Der Arzt Carus nahm als Mitglied des Kreises „Magischer Idealismus“ im 18. Jahrhunderts an, dass die Lebewesen mittels eines Lebensmagnetismus miteinander und mit dem gesamten Universum in Verbindung stünden.

 

Deepak Chopra „Es geschehen keine Zufälle“

Alle Ereignisse im Leben sind kausal bedingt und geschehen unabhängig von Raum, Zeit und Bedeutung. Es existiert eine unerkennbare Wirk-Kraft, die Ereignisse und Begegnungen anbahnt, hervorruft und geschehen lässt.

 

Caesar Marc Aurel „Notizen aus dem Feld-Tagebuch“

„Stell dir den Kosmos als ein Lebewesen vor, das eine einzige Substanz und eine einzige Seele besitzt und bedenke, wie alles von einem einzigen Weltenbewusstsein vermittelt wird. Durch einen einzigen Antrieb kann alles bewirkt werden und alles zur Mitursache von allem werden, welcher Art von Verflechtung und Verwebung es auch sein mag. Denk an die gesamte Substanz des Kosmos, von der du nur ein winziger Bruchteil bist und dank an die Zeit, von der dir nur eine winzige Spanne zugeteilt ist und an das Weltenschicksal, welch ein winziger Bruchteil davon ist dein Leben“

 

Milan Kundera

„Dem Roman sollte man nicht vorwerfen, von allzu geheimnisvollem Zusammentreffen bestimmt zu sein.

Dem Menschen kann man jedoch mit Recht vorwerfen, dass er in seinem Alltag den Zufällen seines Lebens gegenüber blind ist und damit seinem Leben die Schönheit des Erlebens raubt“. 

 

J. F. Charon „Der Geist der Materie“

Die Elektronen  sind nach Ansicht des französischen Physiker die Träger des Geistes, die alles über alles im Universum „wissen“ und  die  Ausformung der unterschiedlichen materiellen Elemente (des periodischen Systems) und der energetischen Wirkungen von Photonen  bestimmen.

 

B. Greene „Der Stoff aus dem der Kosmos ist – Raum, Zeit und die Beschaffenheit der Wirklichkeit“ (2004)

…………………………………………………………………

……………………………………………………………………..

 

E. Kinis „String Theory in a Nutshell“, (Princeton University, 2007)

Alle Materie und Energiefelder des Universums hängen mit feinsten schwingenden String-Fäden (“Größe” etwa 1 hoch minus 131000, weit unterhalb der Quanten-Ausmaße) in einem String -Netz zusammen.

Die gesamte Universal – Materie – Energie kann sich zur Größe eines Stecknadelkopfes zusammen ballen, um im „Urknall“ wieder zu einem neuen Universum  auszudehnen.

Kondensieren sich die Ideen eines Weltenschöpfers im Fädchen -Geknäuel der seltsamen Strings, die in einem elfdimensionalen Raum den Begriff der Zeit unwirklich erscheinen lassen?

Warum sollten in diesem eigenartigen  Universalgeflecht keine sich kreuzenden Ereignisse im Sinne der „Zufälle“ stattfinden?

Vielleicht gelingt es zukünftigen Einstein-Genies, dafür eine plausible Erklärung im Rahmen einer „Weltformel“ zu erarbeiten.

 

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Lyrik aus der Silbenschmiede

Die Silbenschmiede ist eine Werkstatt für Gedichte, die auf Spielen mit Silben beruhen. Sie soll die geistige Kreativität und den Humor fördern.
Die Idee dazu hatte mein Kollege Dr. med. Günther Neumeyer aus Hollenstedt. Er hat mir die Sammlung der Werke geschickt, die in einer Werkstatt entstanden ist, die er mit Freunden und Bekannten unterhält. Er hat mir auch erlaubt, alle Gedichte hier zu veröffentlichen. Dafür danke ich ihm sehr herzlich.
Die Sammlung wird kontinuierlich erweitert.

 

Allein

Ich möchte nichts mehr wissen.
Ich möchte nichts mehr müssen.
Ich möchte gern allein
nur noch bei mir sein.
(G.N.)

Als Rollator dient der Ehemann
wenn Ehefrau schlecht gehen kann.
Hängt sie sich ein an seinem Arm,
da wird´s ihm gleich um’s Herze warm. (G.N.)

Alter
Ich hätt’ es mir nicht träumen lassen,
kann’s so auch nicht ganz richtig fassen,
dass ich ,– einstens jünger noch –, gedacht,
dass Alter nicht viel Freude macht.
Nun selber alt und nicht mehr jung,
noch Grips im Kopf und Muskelschwung.
Kein Pflegeheim, im eig’nen Haus:
Dies Alter sieht ganz anders aus!
Vorbei sind all die Alltagssorgen
im Lebenskampfe um das Morgen.
Wir brauchen nicht mehr Schein zu wahren,
wie wir’s gemusst in jungen Jahren.
Wir lesen Bücher, wann wir wollen,
müssen keinem Rechenschaft mehr zollen.
Wir spielen Schach, wir gehen wandern
und finden Freundschaft mit den andern.
Ein Gugelhupf und ein Glas Wein,
darf’s mal statt der Mahlzeit sein.
Wir freuen uns an jedem Tag,
den uns das Schicksal gönnen mag.
Trink’ aus sein Glas, wer trinken kann,
und stoß’ mit uns auf’s Alter an!
(G.N.)

Am Ende aller Erdentage,
stellt Petrus dann die Schicksalsfrage:
„Bist du zur Lebenszeit hinieden
auch immer fromm und brav geblieben?
Wenn ja, so wirst du ewig leben,
wenn nein, zur Hölle wir dich geben!
Chinesen fragten dann verwundert:
„War’n da nicht mal drei Jahrhundert?
Kepler, Darwin, Planck und Einstein?
Das sollte folgenlos geblieben sein? (H.H.)

 

Ein Augenblick währt drei Sekunden.
Psychologen haben’s rausgefunden.
Was vorher war, das ist nicht mehr.
Was kommt, zu wissen ist recht schwer.
Reales Sein an einem Stück,
das liefert nur der Augenblick.
Pro Minute zwanzig Augenblicke
bilden die Erinn’rungsbrücke,
die ganz kurz ein „Jetzt“ verkündet,
gleich darauf im „Nichts“
verschwindet.
Tausendzweihundert in der Stunde lassen
die Blicke-Kette rasch verblassen.
Pro Tag achtundzwanzigtausend -achthundert,
so rechnet man und ist dann doch verwundert,
wie wenig man den Tag gemacht,
was Fortschritt oder Freude macht.
Zehnmillionenfünfhunderttausend
im Flug pro Jahr vorübersausend!
So viele Augenblicke sind dahin.
War’n sie gefüllt mit klarem Sinn?
Achthundertmillionenneunhunderttaudsend waren
es nach achtzig Augenblicks-gefüllten Jahren.
(G.N.)

Beruhigten Sinnes klar betrachten,
Körper aufmerksam beachten.
Gestillt im Geist Gemüt erkennen,
Gedanken sehr genau benennen.
Rundherum das Weltgeschehen,
ohne Vorurteil besehen.
Freude teilen mit den andern,
dennoch gern alleine wandern.
Unerschütterlich der Geist,
der den Weg zur Freiheit weist.
(G.N.)

 

Der Kain erschlug den Bruder Abel.
So lesen wir’s im Buch der Fabel.
Doch als der Kain sich fühlt’ als Mann,
ging er in das Dorf gleich nebenan
und freite dort ganz glückversonnen
die Braut, die er mit Geld bekommen.
Das Bibelbuch nimmt’s nicht genau
mit Adam, Eva, Kain und Frau.
(H.H.)

Das Antlitz ist schon fahl und welk.
Der Körper wurmstichiges Gebälk.
Das Hirn in Teilen schon verknöchert.
Das Ganze wie vom Rost durchlöchert.
(H.G.)

Der Vater sagt: Ich greife zum Schwert.
Dieses Mal wird nicht geschont!
Die Zensuren sind Prügel wert.
Ja, Papa, ich sag dir,
wo der Lehrer wohnt.
(D.E.)

Der Egoist
Was er von Eltern hat ererbt,
hat den Charakter eingefärbt.
Freundschaft hat’s in seinem Leben
so gut wie nie für ihn gegeben.
Für eig’nen Vorteil munter lügen,
sich und and’re oft betrügen.
Nur das Eigenwohl verwalten,
nichts von Partnerschaften halten.
Hinter dem Erfolg her hetzen,
rücksichtslos den Freund verletzen.
Börsenkurse gierig jagen.
Niemals um Erlaubnis fragen.
Andren die Erfolge neiden,
erfolgsgewohnte Menschen meiden.
Nach Reichtum und Erfolgen gieren,
sich selbst mit Talmiglanz verzieren.
Mit dem Geld sich Lust erkaufen,
Zweifel dann im Sekt ersaufen.
Sein Schicksal ist nicht mehr zur wenden.
Sein Leben wird sehr einsam enden!
(H.G.)

Der Ehemann im ersten Jahr
sucht Vorherrschaft ganz klar.
Im zweiten Ehejahre dann
ist Frauchen erstmal dran.
Um Existenz geht’s offenbar
im folgend dritten Ehejahr..
Wenn beide darum kämpfen
wird’s ihre Zukunft dämpfen.
Es sei denn, dass die beiden
ließen sich bald scheiden.
(D.E.)

Gott

Der Rabbi sagt zu dem kleinen, klugen Jungen:
„Ich gebe dir einen Groschen,
wenn du mir sagst, wo Gott wohnt“.

Der kleine Junge antwortet:
„Und ich gebe dir zwei Groschen,
wenn du mir sagst, wo Gott nicht wohnt.
(Martin Buber)

Heute stand ich im Markt an der Kasse
hinter einer Dame der besten Klasse,
mit lieblichem Antlitz auf grader Statur
und auffallend sportlich – schlanker Figur.
Die Fragen nach ihren Interessen
ließen mich rasch ihr Alter vergessen.
Sie sei, so sagte sie, sehr gern bereit,
und das ohne besondere Eitelkeit,
sich zu beteiligen an einem Event,
obgleich am Ort sie fast jeder kennt.
Die Frisur müsste noch etwas Schick erhalten.
Der Outfit sei wohl noch sanft zu gestalten.
Aber sie sei davon überzeugt, dass im Grunde
sie meistern würde die Wettbewerbs-Runde.
Da fragte ich mich, ob’s an anderem Orte
Damen wohl gäbe von derartiger Sorte.
(G.N.)

 

Sei gegrüßt du holdes Wesen,
gern würd’ ich jetzt mal bei dir sein!
Leider bleibt es nur beim Lesen
und beim E-Mail-Stelldichein.
(I.C.)

 

Es schwang sich ein Gedankenbild
aus weiter Ferne in mich ein.
Mein Geist, er wurde ganz erfüllt
von einem völlig Anderssein.
Ich stand in einem fremden Garten
in Blütenpracht und Sonnenschein.
Ich braucht’ nicht lange warten,
das trat die schöne Frau herein.
Sie lächelte und sprach zu mir
mit seltsam fremden Worten.
Mit Klarverstehen folgt’ ich ihr
zu fremdlich- unbekannten Orten.
Doch schon nach kurzem Warten
setzte das Erleben aus.
Befand mich wieder in dem Garten –
und gleich darauf bei mir zu Haus.
(G.N.)

Glaubensknoten.
Forscher fanden kürzlich raus,
dass der Sitz des Glaubenbaus
hinter glatter Menschenstirn
liegt versteckt im Basishirn.
Ein Zentrum, das zu jeder Zeit
für Hochgedanken ist bereit.
Schon bei Affen und bei Hunden
hat das Zentrum man gefunden,
das Oberen Gehorsam beut
und damit ihr Gemüt erfreut.
Der Fußball – Fernseh –Massenwahn
steckt nicht nur junge Menschen an.
Den Leuten wird heut’ viel geboten,
als Labsal für den Glaubensknoten. (H.H.)

Lasst uns bitte vor dem Essen
stets das Danken nicht vergessen.
Denn wir Bürger hier im Norden
sind bisher stets satt geworden.
Während in des Südens Weiten
Menschen oft an Hunger leiden.
Dem Herrn wir danken allemal.
Doch auch dem Küchenpersonal.
Wer weiß, ob dieses hat bedacht,
dass Essen satt und träge macht.
Und, schau’n wir mal so in die Runde,
es macht auch unerwünschte Pfunde.
D’rum, lieber Gott, groß ist der Dank:
Bitte mach’ uns satt und schlank!
(D.E.)

Manager
Die Woche dahin -.
Termin zu Termin.
Mehr tun und streben.
Kurz ist das Leben!
Hypotheken-Not,
der Wagen, das Boot.
Standbein, Kredite?
Reicht es zur Miete?
Geld nicht verlieren.
Verhandeln, parieren.
Beim Rasieren ein Blick.
es spiegelt zurück.
Plötzlich der Schmerz
quer durch das Herz.
Etwas Lichtgefunkel.
Dann wird es dunkel.
(G.N.)

 

Merke dir ergrauter Vater
Sag’ es auch dem Mütterlein:
Soll der verdiente Lebensabend
ohne große Sorgen sein,
so gebt die selbst erworb’nen Güter
nicht allzu früh an Erben ab;
nicht immer sind sie treue Hüter,
oft wünsche sie euch bald ins Grab.
Brot zu betteln heißt verschmachten,
der Erben Dank ist Seltenheit.
Wer Güter hat, den wird man achten,
Brot zu geben Seligkeit!
(W.T.)

 

 Noch jung
Körper noch und Geist in Schwung.
Brauchst nicht mehr den Schein zu wahren,
wie du’s gemusst in jungen Jahren.
Du freust dich jetzt an jedem Tag,
den dir das Schicksal gönnen mag.
Du kannst nun manches klarer sehen,
in Ruhe durch Erinn’rung gehen.
Bleibst du ohne Not und Pein,
dann solltest du zufrieden sein.
Wohlgestimmt mit vielen Freuden
solltest du keine Zeit vergeuden;
denn wenn’s dereinst auf’s Letzte geht,
dann wär’s für’ Freuen viel zu spät.
(G.N.)

Japan kippt
Zweitausend und acht
Ein Traum in tiefer Nacht.
Der Flug von San Francisco
näherte sich Stadt Tokyo.
Ich gucke aus dem Fenster
und denk’, ich seh’ Gespenster!
Der Fuji kippte gerade um,
auch das Insel-Land rundum.
Ganz plötzlich auf die Schnelle
bäumt sich eine Riesenwelle
zu Bergeshöhen auf,
und beginnt den Schreckenslauf,
sehr schnell schon eingedrungen
in des Globus Niederungen.
Plötzlich bin ich aufgewacht
Angst geschüttelt in der Nacht.
Vom Tsunami nichts zu sehen,
alles nur im Traum geschehen!
Am nächsten Morgen drauf
schlag ich meine Zeitung auf.
Schon der erste Augenmerk
fällt auf eines Künstlers Werk:
Kirchturm ragt noch aus dem Wasser.
Rundherum wird’s dann noch krasser:
Der Glockenturm, er wird umgeben
von wimmelnd-wildem Haifisch-Leben.
Hat der Künstler auch den Traum
gehabt? Man glaubt es kaum!
(G.N.)

Statt zu lachen und zu tanzen
kümmert sie sich um Finanzen.
Hausverwaltung, Bankkredite
füllen ihres Daseins Mitte.
Keiner wagt sie zu belügen
oder sonst wie zu betrügen.
So erreicht sie sehr begehrte
allerbeste Schufa-Werte.
Obwohl sie jenseits Lebensmitte
gibt man ihr noch Vollkredite,
die von ihren Folge-Erben
später mal beglichen werden.
(G.N.)

 

 

11. September

Wir saßen in Harburg bei Sommerhitze
im Straßencafé auf unserem Sitze,
als eine Rotte mit festem Schritte
vorbei zog mit Imam in der Mitte.
War in der Truppe junger Männer
die Gruppe der Djihad-Bekenner?
Waren darunter die Todesflieger,
die Tradecenter-Turm-Besieger?
War die Moschee der Gedankenstifter?
Der Hassprediger ein Gehirnvergifter?
Wir saßen da und schauten nur zu.
Ungutes Fühlen störte uns die Ruh’.
(G.N.)

Silben drechseln macht viel Spaß.
Es fragt sich nur: „Wie macht man das?“
Der Haiku ist Japaner’s Stolz,
der Rhombus ist aus and’rem Holz.
Anders doch mit zwei mal drei
kommt der Sechser dann herbei.
Das Elfchen, elfmal in der Reihe
gibt der Sammlung seine Weihe.
Zweiundzwanzig dürfen’s sein
wenn in Elf geht nicht mehr rein.
Mit Zehn-Zeilen-Pyramiden
ist manchmal man zufrieden.
Bei hundert Silben im Quadrat
braucht man manchmal fremden Rat.
Doch auf rechtes Reime – Dichten
sollte man nicht ganz verzichten.
Auch Prosa-Lyrik ohne Maß
bringt auch immer wieder Spaß.
(G.N.)

Sie saßen in der Sonne
auf einer Bank,
er war schon älter,
sie war sehr schlank.
Sie würden sich gerne
zu beider Entzücken
möglichst innig und lange
aneinander schmiegen
und drücken.
(I.C.)
Sonnenfinsternis

Neben der schwarzen Sonne
verblassen die Sterne,
und der Gesang der Engel
geht unter im Toben der Menge.
(I.C)

Türkdeutschmensch

Folg Özdemir, dem grünen Mann,
der Deutsch so gut wie Türkisch kann.
Auf deutsche Sache sollst du bauen,
nicht immer nach Istanbul schauen.
In Euroland, da lebst du besser
als jenseits dieser Schwarz–Gewässer!
Hartz – Vier, Ein – Euro, Arbeitsgeld,
der Rentenanspruch lange hält,
bis Türkischmann in Urne klein,
nach Türkischland kehrt wieder heim.
(G.H.)

Urknall und Folgen
Milliarden Grad Hitze
im Welt-Urknall-Blitze.
Materiestaub verdichtet
rundkreisend geschichtet
zu Sonnengebilden
in Glaxis-Gefilden
Planeten – umschwärmt
langsam entwärmt.
Urzellen erstreben
formendes Leben
Grünalgen glücken
Chloro-Fabriken.
Fressen, vermehren,
Feinde abwehren.
Zeit vergeht –
Menschheit entsteht.
Denken und planen,
Zukunft erahnen.
Planeten vergehen,
neue entstehen
Sonne vergeht –
Tiefkälte entsteht.
Denkbar der Fall?
Aus nächster Singularität
beim nächsten Urknall
Welt wieder entsteht?
(G.N.)

Was auch immer mag geschehen,
wir woll’n es nur noch so besehn:
Leib-Seele und des Menschen Geist,
uns derzeit Lebenden beweist,
dass wir im JETZT sind „echt“ vorhanden!
Doch wo wir einmal werden landen,
das wissen Götter, Geister, Nornen,
die unser künftig’ Schicksal formen.
Wo mag das Dasein weiter geh’n?
Das Jenseits – keiner hat’s bisher geseh’n.
Ein Trost ist doch für alle da:
ob Himmelswelt, Punkt Omega
ob ALLAH, BRAHMA, JAHWE, GOD,
am Ende sind wir alle tot!
Es kommt ein Tag, da geht’s zu Ende,
da falten Erben uns die Hände.
(G.N.)

 

Von ungefähr muss einen Blinden
ein Lahmer auf der Straße finden,
Und jener hofft schon freudenvoll,
Dass ihn der andre leiten soll.
Dir, spricht der Lahme, beizustehn?
Ich armer Mann kann selbst nicht gehn;
Doch scheint’s, dass du zu einer Last
noch sehr gesunde Schultern hast.
Der Lahme hängt mit seiner Krücken
sich auf des Blinden breiten Rücken. (D.E.)

 

Ich schrieb an Herrn Dr. Neumeyer:

Mein Vater hat als Kind eines Tages plötzlich aufgehört zu sprechen. Alle Untersuchungen des Kinderarztes erbrachte normale Befunde. Es gab keinen ersichtlichen Grund für die plötzliche „Erkrankung“. Die Familie war wohl sehr aufgeregt und befürchtete schwerste Schädigungen und heftige soziale Konsequenzen.

Bis eines Tages mein Vater mit der Sprache rausrückte: Er dachte, ein Mensch hat nur eine bestimmte Zahl von Wörtern für sein ganzes Leben zur Verfügung, und er wollte sparen für später ….. Nachdem die Eltern ihn beruhigt hatten, war die „Krankheit“ schlagartig geheilt.

Daraufhin erhielt ich dieses Gedicht:

Eisern schweigt der kleine Knabe.
Er meint, des Menschen Leben habe
nur einen sehr begrenzten Wortschatz,
der mit ungebremstem Kinderschwatz
als eine spätere Lebensbürde
nur all  zu früh vergeudet würde. (G.N.)

Wer hat uns denn auf dieser Welt
das Dasein für uns einbestellt?
Im Raum der Endlos-Ewigkeiten
sind Welt-Dasein wir hier nur Mikrozeiten.
Wo mag das Dasein weiter geh’n?
Das Jenseits – keiner hat’s bisher geseh’n.
Es kommt ein Tag, da geht’s zuende,
da falten Erben uns die Hände.
Wir ruhen dann ganz ohne Sorgen
erwarten nicht den nächsten Morgen!
Drum sprech‘ der Mensch, solang’s noch geht
ein jeden Tag sein Bittgebet:
„Der Weltgeist möge uns geleiten,
vom Hier und Heut’ zu Ewigkeiten,
in eine Zukunft unbekannt;
doch möglichst in ein schönes Land
mit eines Paradieses Garten,
wo viele Freuden uns erwarten“.
(G.N.)

Als der Schöpfer das Welt-All
schöpfte mit seinem Urknall
vor nur sechstausend Bibeljahren,
ist er zur Erde nieder gefahren
um Pflanzen, Tiere und Affen
sowie den Menschen zu schaffen.
Zig Milliarden Sterne und Sonnen
sind dann noch hinzu gekommen
als Himmelsschmuck für den Planeten,
auf dem die Ebenbilder fleißig beten.
Was der Schöpfer einst gestiftet
lichtschnell auseinander driftet.
Schöpfer und Menschen geraten in Not,
es naht unerbittlich Total-Kältetod.
(H.H)

„Der Weltgeist möge uns geleiten,
von dieser Zeit zu Ewigkeiten,
in eine Zukunft unbekannt;
doch möglichst in ein schönes Land
auf einem warmen Rund-Planeten,
wo wir dann gemeinsam beten
in wes auch immer hérem Namen:
Jahwe, Gott, Inshallah – Amen!“
(H.H.)

Welt-Karussell
Mit achtzigtausend in der Stunde
läuft Warm-Planete seine Runde
auf seiner Sonnen-Kreise-Reise,
ein jedes Jahr auf gleiche Weise.
Wenn’s aber um die Runden geht,
mit der er in der Galaxie sich dreht:
Achthunderttausend Stunden –
Kilometer sind dann überwunden!
Zwei Millionen soll’n sie laufen,
die Trilliarden Sternenhaufen,
um den zentralen Welt – Attraktor,
ein blasser Hypothesefaktor;
denn im unendlich weiten Raum
bleibt Mittelpunkt doch nur ein Traum!
(G.N.)

Der Zufall
Er kommt zu jeder Stund’.
Keiner weiß den Grund.
Grad’ wenn man’s nicht erwartet
spontan ein neuer Zufall startet.
Als hätt’ man sie vorausgseh’n
die Freunde vor der Haustür steh’n.
Man weiß es meistens schon
wer d’ran ist grad’ am Telefon.
Briefe aus zwei Postbereichen,
deren Inhalte sich gleichen.
Ist auch der Zufall oftmals trüglich
doch meistens ist er ganz vergnüglich.
Das führt die Menschen oft zum Lachen
bei manchen krausen Zufalls-Sachen. (G.N.)
Limerick

Manche Denker schöpfen
aus uralten Töpfen
Gedanken von Männern
und großen Kennern
und deren genialen Köpfen. (G.N)

 

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Der 5-7-5er (Haiku und Senryu) aus der Silbenschmiede (Buchstabe A)

Die Silbenschmiede ist eine Werkstatt für Gedichte, die auf Spielen mit Silben beruhen. Sie soll die geistige Kreativität und den Humor fördern.
Die Idee dazu hatte mein Kollege Dr. med. Günther Neumeyer aus Hollenstedt. Er hat mir die Sammlung der Werke geschickt, die in einer Werkstatt entstanden ist, die er mit Freunden und Bekannten unterhält. Er hat mir auch erlaubt, alle Gedichte hier zu veröffentlichen. Dafür danke ich ihm sehr herzlich.
Die Sammlung wird kontinuierlich erweitert.

5-7-5-er,
auch Haiku (vorwiegend nur Naturthemen)
und Senryu (für allgemeine Themen des Lebens)

Wie ein glatter Aal
bewegt sich der Hochstapler
im Gesellschaftskreis.(G.N.)

Wie die Aasgeier
zerhackten sie das Erbe
des Firmengründers./G.H.)

Heut’ ist es aber
aasig kalt auf der Piste,
meinten Bobfahrer. (H.H.)

Gutwetter-Bote
sei das Abendrot, meinten
die Menschen vom Land..(G.N.)

Am Abendhimmel
ziehen weiße Kraniche
singend nach Süden. (I.C.)

Der Aberglaube
wird von den Rechtgläubigen
heftig abgelehnt. (G.H.)

Vergangenes Jahr
standen wir vor dem Abgrund.
Jetzt ein Schritt weiter. (G.N.)

Abi und Reife?
Schwierig, wenn die Pubertät
das Hirn noch verdreht. (G.N.)

Abiturnoten
haben keine Bedeutung
für Berufserfolg. (G.N.)

Von dem Ablassgeld
wurden Dome aufgestellt
für die Päpste-Welt. (G.H.)

Ganz beieinander.
Abschied in der Neujahrsnacht.
Tränen der Trauer. (E.F.)

Absolutismus
entspricht der letzen Phase
des Feudalismus. (G.N.)

Zu– oder Abwendung
können sich von Tag zu Tag
sehr rasch verändern. (G.N.)

Diese Straße ist ja
hier die reinste Achterbahn
an Unebenheit. (G.H.)

Der edle Achtpfad
leitet zur Leidbefreiung
nur die Achtsamen. (G.N.)

Manche Unfälle
lassen sich mit Achtsamkeit
oftmals vermeiden. /G.H.)

Adaptation
kann bedeuten: Angleichung
an Vorhandenes (G.H.)

Die Augen-Iris
ist ein Beispiel für
Licht-Adaptronik. (G.N.)

Muskelgewebe
ist ein gutes Beispiel für
Adaptronik.(G.N.)

Adaptronische
Selbstverdunkelung von Glas
in Modebrillen. (G.N.)

 

Die Reichs-Kriegs-Flagge
zeigt die Aggressivität
der Fahnenschwenker. (H.H.).

Manche Ahnungen
werden durch Erfahrungen
vollauf bestätigt. (G.N.)

Akasha-Chronik
als theosophisches Buch
des Weltgedächtnis. (G.N.)

Mit der Akribie
eines Kriminalisten
steigt die Aufklärung. (G.N.).

Für Aktionen
sind Helfer und Sponsoren
ganz unersetzlich. (G.N.)

 

Akupunktur und
Akupressur verfolgen
schmerzende Punkte. (G.N.)

Als die Akzise
wurde die Verbrauchs-Steuer
früher bezeichnet.

Auch kleinste Algen
sind Weltgeschöpfe mit dem
Wissen des Werdens. (G.N.)

Alkoholgifte
zerstören Persönlichkeit
und Lebensdauer. (G.N.)

Raum und Zeit-Irrtum:
Das All ist ewig ohne
jede Begrenzung

Wirklich allein sein,
das ist oft leicht zu sagen.
Doch schwer zu tragen.

Alleinvertretungs-
anspruch wird der Sachlage
nur selten gerecht.

 

Algorhythmen
sind Nicht-Mathematikern
sehr unverständlich.

Al-Kaida-Bomber
ebnen den Weg zur Hölle
mit Bombensprengstoff. (H.H.)

Alphabiotics
liefern gesunde Nahrung
für die Hirnleistung.

Rund um die Alster
laufen sportliche Jogger
im Smog für Gesundheit.

Alstervergnügen
in Hamburg mit Los-Buden
und Frittengedämpf.

Aus alt mach’ neu!
Ein sehr bewährtes Prinzip
bei Wirtschaftsflauten.

Es ist nicht wichtig,
wie alt man wird. Wichtiger
auf welche Weise.

Wer bewußt alt wird,
sollte rechtzeitig Erbe
breit umverteilen.
.
Ans Bett gefesselt,
den Rücken wund gelegen –
Altenheim-Schicksal. (G.H.)

Alternative
Medizin riecht nach Fischöl
und Überzeugung. .(G.N.)

Als Altenpfleger
lernt man das Lebenswunder
hautnah erkennen. (G.H.)

 

Wenn er als Knabe
nichts lernt, wovon will er denn
im Alter leben? (China) (G.N.)

 

Man altert langsam
aber stetig vor sich hin,
genießt das Restleben. G.N.)

Liebe im Alter,
vergleichbar mit gutem Wein
und reifen Früchten. (H.H.)

 

Alzheimer-Kranke
wissen nicht mehr wer und wo
sie sind. Alles verlorn´. (H.G.)

Ambiguität
kann als Doppelwertigkeit
aufgefasst werden.(G.N.)

Mit der Bezeichnung
Amok wird die extreme
Mordlust bezeichnet. (H.H.)

Anachronismus
charakterisiert deutlich
das längst Überholte. (G.N.)

Die Anbetungen
von Statuen sind alter
Brauch aus Steinzeiten. (G.H.)

Das Wort Andante
kennzeichnet den ruhigen
Konzertmusik-Stil. (G.N.)

Wer sich selber
so einschätzt wie die Anderen,
wird meist anerkannt. (G.N.)

Den Menschen ändern?
Nutzloses Unterfangen.
Sich selber ändern! ( G.N.)

Das war seit eh’
und je’ so. Keine Änderung
ist vorgesehen. (G.N.)

Wer Anerkennung
fordert, muss sie selber gern
anderen widmen. (G.N.)

Anfang und Ende
sind in den Menschenhirnen
fest einprogrammiert. (G.H.)

„Das ist doch typisch
für so einen Anfänger.
Keine Erfahrung!“ (G.N.)

Angeln am Ufer
beruhigt Geist und Gemüt
beim Blick auf’s Wasser. (G.N.)

Anima loci
ist für die Geomantie
Feng Shui Qualität. (H.H.)

Aus gegebenem
Anlass wird jetzt gefeiert
bis zum Umfallen. (G.H.)

Annehmlichkeiten
zu bereiten ist nicht leicht.
Empfang ist leichter.(G.N.)

Großes Ansehen
erringt man nur durch Taten,
niemals mit Titeln.(G.N.)

Folge der Ansicht
der Anderen, dann wirst du
allgemein geschätzt. (G.N.)

Ansichten-Wechsel
wie die Auswahl von bunten
Postkartenbildern.

Was soll denn dieses
ganz unqualifizierte
Anspruchsgerede?

 

Anständig sterben
war Königs Befehl auf
dem Schlachtfelde. (H.H.)

 

Ein erster Anstoß
verursacht sehr oft einen
Lawinen-Abgang. (G.N.)

Anthropos, der Mensch,
hält sich für das Ebenbild
des Schöpfergottes. (G.N.)

Anthropos, der Mensch.
Eine Laune der Natur
von kurzer Dauer. (G.N.)

Antrag acht ist tot.
Dafür kommt jetzt Antrag neun.
Der ist ganz ähnlich. (H.H.)

Äpfel und Birnen
sind miteinander nicht sehr
gut zu vergleichen. (G.N.)

Apophänie ist
Clustering-Illusion,
und Pareidolie. (G.N.)

Die Apologie
stellt eine schriftliche Ver-
teidigungs-Schrift dar. (G.N.)

Als eine Apsis
kennt man die Halbkugel, die
den Raum überwölbt. (G.N.)

 

Araber lieben
Deutschland, weil dort Juden
umgebracht wurden.(H.H.)

 

Wäre jeder Tag
nur ein Spiel, wäre Arbeit
eine Erholung. (G.N.)

Arbeit bringt nicht um.
Aber warum das Risiko
auf sich nehmen? (G.N.)

Die altmodische
Art, Vermögen zu bilden,
nennt man die Arbeit. (G.N.)

Warum sollte
ich arbeiten, wenn mich Hartz-Vier
ausreichend ernährt? (G.N.)

Die Arbeitsplätze
machen den Wirtschaftsbossen
keine Kopfschmerzen. (G.N.)

Die Arbeitslasten
werden mit der Schnapsflasche
nicht viel geringer.(G.N.)

 

Kommt mir doch ja nicht
mit solchen Argumenten
Die sind doch uralt! (G.N.)

 

Sehr arme Menschen
suchen in den Mülleimern
nach Nahrungsresten. (G.N.)

Bedauernswerte
Armleuchter werden fälschlich
als Helden verehrt. (H.H.)

Armut ohne Schuh?
Nicht vergleichbar mit Menschen
ganz ohne Füße. (G.N.)

Die Therapie mit
Aromen benutzt Nasen-
Nervenleitungen. (G.N.)

Der Arrak ist ein
alkoholisches Getränk
aus der Ost-Türkei. (G.N.)

 

Am Aschermittwoch
kommen die kessen Jecken
am Schluss zusammen. (H.G.)

Assagioli
benutzt Psychosynthese
zum Psychoausgleich. (G.N.)

Asteroiden
fliegen glücklicherweise
meistens weit vorbei. (G.N.)

Ein Astralkörper
leuchtet für Eingeweihte
völlig einleuchtend. (G.N.)

Die Astrologen
würden Menschengeschichten
gern beeinflussen. (H.G.)

Die Astronomen
schauen zu Weltall-Rändern,
finden Grenzen nicht. (G.N.)

Der fiese Atheist
vergeht sich doch am Glauben
gotteslästerlich.

Der Atheismus
ist für gläubige Menschen
Höllen-Vorstufe. (H.H.)

Der Atheismus
gründet sich auf die Zweifel
an der Weltschöpfung. (G.N.)

Atem-Therapie
versucht, psycho-physische
Ruhe zu bringen. (G.N.)

 

Atlantis-Inseln
geistern als Hypothese
durch die Bücherwelt. (G.N.)

 

Als Atomhelden
werden in Fukoshima
die Helfer geehrt. (G.N.)

 

Ein aufgeräumtes
Zimmer deutet auf
einen klaren Geist. (G.N.)

Ohne Aufklärung
in der Schule vermehren
sich Tiere von selbst. (G.N.)

Aufopferung für
Religionsidee
zum Sekten-Nutzen. (H.H.)

Er wollte noch viel
aufräumen. Doch sein Ende
kam ihm dazwischen. (H.G.)

In heller Aufruhr
sind die Textilarbeiter
nach dem Haus-Einsturz. (H.H.)

Sieg des Aufstandes
fördert die Korruption
der Sieger-Kaste. (G.N.)

 

Es ist große Kunst,
stets den rechten Augenblick
für’s Glück erkennen.
(nach Arthur Schnitzler).(G.N.)

 

Aura der Chakren
sieht man als Einzel-Partie
der Körper-Aura. (G.N.).

 

Der Mythos von der
Auferstehung geistert durch
christliche Welt. (H.H.)

Aufstiegsenergie
könnte Thermodynamik
repräsentieren. (H.G.)

Ein- und Ausatmen
mit völlig wachem Geiste,
bringt Klarheit und Glück. (G.N.)

Sehr missbilligt wird
das Außergewöhnliche
vom Normalbürger. (G.N.)

Außerirdische
reisen bequem in UFOs
im Weltall umher. (H.H.)

Außerleibliche
Reisen werden in Todes-
Nähe begonnen. (H.G.)

Siegt Äußerlichkeit,
entsteht großes Verlangen
mit Geistesleere. (G.N.)

Außersinnliche
Wahrnehmungen sind nur im
Hirnzentrum möglich. (H.G.)

Ein vom Weltschöpfer
auserwähltes Volk hat sich
weltweit entwickelt. (H.H.)

 

Für die Autarkie
streben Freiheitskämpfer zur
Unabhängigkeit. (G.N.)

Autistisches Kind
vom Kamel betreut, wird
weltzugewandter. (G.N.)

Die Autobahnen
werden ständig erneuert.
Stauärger-Fahrer. (H.G.)

Autobahngebühr
nun sogar für PKW?
Keiner ist dafür. (H.G.)

Der Autobahn-Stau
wird langsam zur Gewohnheit.
Besser Bundesbahn. (G.H.)

Das Autofahren
kann zum Selbstzweck ausarten
wenn Eitelkeit siegt. (G.N.)

Ein Autofahrer
exekutierte sich selbst
beim Bahnübergang. (G.N.)

Das Automobil
schluckt Treibstoff und bringt dem Staat
gute Einkünfte. (H.G.)

Eine Autopsie
ist die Eigen-Beschauung
von Verstorbenen. (G.N.)

Autoritäre
Erziehung ist für Linke
ein ganz rotes Tuch. (H.H.)

Autoritäten
überzeugen durch ihre
strahlende Aura. (G.N.)

Mit Autos sprechen
mehr als die Hälfte Männer
wie mit ihrem Hund. (G.N.)

Sehr große Autos
sind die Statussymbole
für kleine Männer. (G.N.)

Ein Axiom ist
kein Gerät für Holzfäller,
sondern ein Grundsatz. (G.N.)

Die Ayurveda-
Körper – und Geistmethoden:
sind gut adaptiert. (G.N.)

 

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Der 5-7-5er (Haiku und Senryu) aus der Silbenschmiede (Buchstabe B)

Die Silbenschmiede ist eine Werkstatt für Gedichte, die auf Spielen mit Silben beruhen. Sie soll die geistige Kreativität und den Humor fördern.
Die Idee dazu hatte mein Kollege Dr. med. Günther Neumeyer aus Hollenstedt. Er hat mir die Sammlung der Werke geschickt, die in einer Werkstatt entstanden ist, die er mit Freunden und Bekannten unterhält. Er hat mir auch erlaubt, alle Gedichte hier zu veröffentlichen. Dafür danke ich ihm sehr herzlich.
Die Sammlung wird kontinuierlich erweitert.

5-7-5-er,
auch Haiku (vorwiegend nur Naturthemen)
und Senryu (für allgemeine Themen des Lebens)

B*

 

Ein feminines
Wildschwein wird als die Bache
gekennzeichnet.

Links der Fahrtrichtung
befindet sich beim Seemann
die Backbord-Seite.

 

Der Prophet Bahai
verkündete der Sekte
große Verheißung.

Als Bakschisch kennen
die Araber die kleinen
Bestechlichkeiten.

 

Die Barmherzigkeits-
Gelübde kannten keine
Ketzer-Verbrennung.

Baumgeister leben
ganz wie die Spechte
in den Baumhöhlen.

 

Eine Stichwaffe
auf dem Lauf des Gewehrs
ist das Bajonett

Ein Strophengedicht
mit epischem Hintergrund
ist die Ballade.

Die Ballerina
tanzte ihren Galatanz
bis zur Erschöpfung.

 

 

—————————————

Banken, Finanzen

Die Bank ist der Ort,
wo nur der das Geld bekommt,
der viel davon hat.

 

Die Bankeinlagen
sind Spielgelder der Zocker
zum Eigennutzen.

Die Banken sollen
mit eigenem Kapital
die Krisen meistern.

Banken verleihen
Geld und kassieren dafür
viel zu viel Zinsen.

 

Banker leihen dir
bei Sonne Geld und lassen
dich im Regen steh’n.

Die deutschen Banker
zahlten Hitler die Kanonen.
Zerstörten das Reich,

 

Die Bank-Geschäft
erfolgen im Luftraum der
Spekulation.

Firmen ohne den
Bank-Kredit überleben
meist nicht sehr lange.

Um sechzehnhundert
brachten die Tulpenzwiebeln
sogar Bankpleiten.

Bankräuber sind out!
Wahre Profis, die gründen
selber eine Bank.

Borgen und Leihen?
Beides sind sehr schwierige
Unternehmungen.

Börsenberater
bringen weniger Nutzen
als Horoskope.

 

Leben ist lustig
und unkompliziert, wenn die
Finanzen stimmen.

Finanzjongleure
verderben die Weltwirtschafts-
Regulation.

Finanz – Träumerei
von sehr hohen Zinssätzen
verursacht Insolvenzen.

 

Gold und Silber
hätte ich gern zum Ausgleich
der Inflation.

Außerehelich
geboren kommen Kinder
als Bankert zur Welt.

 

Mein Bauchgefühl sagt mir,
dass diese Entscheidung nicht
nicht sehr günstig ist.

Ich würde raten,
nicht all zu sehr darauf zu
bauen. Abwarten!

 

Wer in der Jugend
Bäume pflanzt, der sitzt
im Alter drunter.

Das Bäumefällen
ist verboten. Sie dürfen
nur beim Sturm kippen!

Hohe Baumkronen
am Gleisrand führen bei Sturm
zur Bahnverspätung.

Es zieht nach  Bayreuth
die Eitelen und die Reichen.
Wagner genießen?

„Ein bei Ein“ sagt man.
Bedächtigkeit ist gemeint.
Faulheit nicht so sehr.

Im Bedarfsfall darf
der Polizist auch schießen,
um sich zu schützen. (H.G.)

Ehe du etwas
beenden kannst, musst du schon
damit anfangen.

 

Befehls-Strukturen
lähmen eigenständiges
Denken und Handeln

Unwissen, Gier, Hass:
Nur volle Überwindung
führt zur Befreiung.

Ohne Begehren
einfaches Leben führen:
Seligkeit gewiss.

Die Begeisterung
leitet die Befähigten
zu Großleistungen.

 

Die Beibehaltung
des verkrusteten Systems
ist unverständlich.

„Von rechts kommt keiner“.
Das waren letzte Worte
eines Beifahrers.

Die Kerbe des Beils
klafft rot aus dem Schädeldach
des Opfers hervor.

 

Heim für Beißhunde
mit Einzelkäfig-Haltung
und Zahngarantie.

Unwissen, Gier, Hass:
Nur volle Überwindung
führt zur Befreiung.

 

Die allerbeste
Antwort auf Beleidigung
ist Anerkennung.

Die Bemutterung
des erwachsenen Sohnes
wirkt etwas peinlich. (C.I.)

Falsche Beratung
mindert nicht das Honorar
der Falschberater.

 

Der Anfangserfolg
war spektakulär. Danach
ging es steil bergab.

 

Im berüchtigten
Bermuda-Dreieck sanken
sehr viele Schiffe.

Wild war der Krieger,
der als Berserker mit Römern
zu kämpfen wagte.

Manche Berühmtheit
gründet sich auf die Dummheit
der Bewunderer.

Fast fünf Millionen
Beschäftigte im Bereich
Krankheitsverwaltung

Der Bescheidwisser
stört die Funktion der Firma
und wird bald gemobbt.

 

Die Beschimpfungen
richten bei den Glaubenden
niemals etwas aus.

Der Sohn des Emirs
verlor nach der Beschneidung
etwas an Gewicht.

Moslems und Juden
sind sich wenigstens bei der
Beschneidung einig.

 

Man sagt so dahin:
„Neue Besen kehren gut“.
Man kann sich täuschen.

 

Besitzansprüche
auf Länder und Gewässer
sind ein Sakrileg.

Besitzgierige
Ausbeuter hinterlassen
Erben Riesensummen.

 

Die Besserwisser
sind oft nur Wichtigtuer
ohne Hintergrund.

Besserwisser gibt’s.
Aber bessere Wisser
sind eher selten.

Nichts bleibt beständig.
Die Weltkörper entstehen
und verwandeln sich.

Die Beständigkeit ist
nur ein Wunschgebilde
im Geist des Menschen.

Das Beste für dich!
Für mich selber aber doch
das allerbeste.

 

Bestimmung oder
Selbstgestaltung des Schicksals?
Wahrscheinlich beides.

 

Du bist beim Beten
selbst dein bester Zuhörer
und Antwortgeber.

 

Wer die Weisheiten
der Religionen kennt,
betet wie ein Kind.

Eine Mischung aus
Kies und  Zement mit Wasser
ergibt den Beton.

 

Das Betreuungsgeld
wird von Alkoholikern
in Schnaps verwandelt.

Betriebsanleitung,
Geschick, Fleiß und Ausdauer
mindern Ausgaben.

Gift und Galle spuckt
die betrogene Hausfrau
auf untreuen Mann.

 

Die Betrogenen
findet man in der Ehe und
bei den Banken.

Das zeichnet sie aus,
die Betrüger der Finanz:
Totale Geldgier.

Die Bevölkerungs
Explosion vernichtet
die Zukunft der Welt.

Bewegungmangel
fordert die Fernbedienung
für das Fernsehbild.

Bewegungmangel
fördert Fettablagerung
in der Bauchdecke.

 

Bewunderung ist
eine gute Speise. Nichts
sättigt so gut.

Im Bewusstsein nur
kommt das Geschehen der Welt
zur Gestaltung.

Das Bewusstsein führt
Menschen zur Erkenntnis des
weltlichen Elends (H.H.)

Die Beziehungen
sind wichtig für den Kontakt
zu den Mitmenschen.

 

Viele Verbrechen
werden in der Bibel sehr oft
deutlich beschrieben.

Bibel und Koran
haben  die Menschenhirne
total korrumpiert.

Wenig geordnet,
die Bibel und der Koran.
Wie Gehäckseltes.

Mit dem Bibelcode
werden die Thora–Texte
meist interpretiert.

Von Biberzähnen
fallen die stärksten Bäume
fast ohne Mühen.

 

Der Bigfoot ist ein
behaarter Riesen-Waldmensch
in Amerika.

Zehn Billiarden
kosteten alle Kriege.
Doch keine Siege!

Wenn das Billigste
immer das Beste wäre.
Arme wären glücklich!

Die Bindewörter
dienen der Verbesserung
des Sprachablaufes.

Binsenweisheiten
werden meist kommentarlos
weiter kolportiert.

 

Die Therapie im
Biorhythmus braucht keinen
Musiktaktgeber.

Biotherapie
versucht, das Leben selber
gut zu behandeln.

Des Nachts im Freien
schliefen Söldner in Zelten
in einem Biwak.

Blau bevorzugen
achtunddreißig Prozent
als Lieblingsfarbe.

 

Das Herz des Blauwals
hat ungefähr die Größe
des VW-Käfers.

Wenn schwarze  Wolken
Elektrokräfte speichern,
speien sie Blitze.

 

Fest kleben Blüten-
pollen an Bienenbeinen
für Bienen-Nachwuchs. (E.D.)

Die Blumenkinder
der schönen Hippie-Zeiten
sind jetzt etabliert.

Das menschliche Blut
wird bis zu dreihundertmal
am Tag gereinigt.

Bodenschatz-Beute
für die Gewinn-Rendite
bis Gruben-Leere.

 

Bombardierungen
bewohnter Häuser
sind ein Verbrechen.

 

Das Fest des Friedens
wandelt sich dank Al-Kaida
zum Bomben-Spaß!

Börse: siehe bei Banken

Das Böse kann nur durch
die Erkenntnis des Leides
ausgelöscht werden. (Simone Weil)

Das Böse beginnt
mit Energie und endet
sehr oft mit Schwäche.

Zehn Jahre Gutes
bleiben oft unbemerkt.
Böses bringt mehr Ruhm.

Uns wird ganz übel
beim Anblick dieser Bosse.
Eitle Pfauen!

Gottfied von Bouillion
galt lange Zeit bei Köchen
als Bouillon-Erfinder.

Wir sind schon ganz satt
wenn uns der Bratfett-Geruch
in die Nase steigt.

„Wes Brot ich ess’, des
Lied ich sing’“. Ein Sprichwort
für Angepasste.

Viel Brot und Schmalz,
Gott erhalt’s für die Dicken,
dass sie nicht hungern.

Brüche und Silben
sind bei manchen Schülen nicht
mehr im Wissensschatz.

Die Brücke bauen
zu den Andersdenkenden
für das Vertrauen.

Brückentage
erhöhen Freizeitkonten
wie zum Nullatrif.

 

Die Welt ist ein Buch.
Wer nur eine Seite las.
kann nicht viel wissen.

Hüte dich vor dem,
der nur ein einziges Buch
durchgelesen hat.

Schenk’ mir kein Buch,
ich lese es bestimmt nicht.
Ich lese Facebook.

Den großen Erfolg
eines Buches verdankt es
oft auch Nichtlesern.

Buddhismus: siehe bei Religion

Die Philosophie
des Buddhismus wird fälschlich
zur Religion.

Früher nannte man
eine sehr flotte Party
den Budenzauber.

Ganz sang- und klanglos
verschwand er von der Bühne.
Jetzt muss er sitzen.

 

 

Bürgerbefragung
behindert gesetzmäßig
jeglichen Fortschritt.

Der Bürgermeister
War in dem Ort sehr beliebt.
Er gab jedem Recht.

 

Manche Dorfdeppen
Wurden zu Bürgermeistern
Vom Ortsrat gewählt.

Die Bürokraten
warten wie „Robinson“ auf
kommenden „Freitag“.

Die Bürokratie
ist ein Riesenapparat,
von Zwergen bedient.

Sack über den Kopf,
Asche aufs Haupt gestreut.
So tut man Buße!

Die Umzüge
in Büßerhemden
sind christlicher Brauch.

Busfahrer schlafen
besser nicht am Steuer
sondern im Bett.

Richtige Buße
zu tun für schweres Unrecht
ist besonders schwer.

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Der 5-7-5er (Haiku und Senryu) aus der Silbenschmiede (Buchstabe C)

Die Silbenschmiede ist eine Werkstatt für Gedichte, die auf Spielen mit Silben beruhen. Sie soll die geistige Kreativität und den Humor fördern.
Die Idee dazu hatte mein Kollege Dr. med. Günther Neumeyer aus Hollenstedt. Er hat mir die Sammlung der Werke geschickt, die in einer Werkstatt entstanden ist, die er mit Freunden und Bekannten unterhält. Er hat mir auch erlaubt, alle Gedichte hier zu veröffentlichen. Dafür danke ich ihm sehr herzlich.
Die Sammlung wird kontinuierlich erweitert.

5-7-5-er,
auch Haiku (vorwiegend nur Naturthemen)
und Senryu (für allgemeine Themen des Lebens)

C*

Die Camouflage
ist eine biologisch
bewährte Taktik.

Die Camouflage
verknüpft das Chamäleon
mit Politikern.

Auch Kaiser Wilhelm
hielt sich für einen Cäsar
von Gottes Gnaden.

Der Cäsaren-Wahn
hat Hitlers Hirn vergiftet,
zum Schaden Deutschlands.

 

Chakren-Reinigung
bedarf spiritueller
Reinigungsmittel.

Das Chamäleon
wechselt seine Hautfarbe
im Sekundentakt.

Eine Chaiselongue
ist eine Stuhl-Liege der
früheren Zeiten.

Chaos und Ordnung
sind für den Vogelschwarm-Flug
erfolgs-bedingend.

Ohne Chapauclac
wurde ein Herr damals nicht
wahrgenommen.

Menschen-Charakter
erkennt man besonders gut,
wenn man ihm Macht gibt.

 

Mein Chef behandelt
mich grade so, als wäre
ich seine Frau.

Die Chefärzte
kassieren. Assistenten
machen die Arbeiten.

Chemo – Versprechen
werden bei Glatzköpfigkeit
schnell relativiert.

 

Mitten im Chiemgau
gründen Chinesen neue
Chiffonweberei

 

Eine Chimäre
ist ein ungeheueres
Phantasie-Wesen.

Chinaschilf-Pflanzen
treiben lange Pfeilwurzeln
in die Umgebung.

Für Chinesen kommt
Lebensphilosophie vor
den Götzendiensten

Sehr beliebt ist die
chinesische Medizin
bei den Hausärzten.

Die Chiropraktik
gelangte nach Europa
aus den USA.

Europäische
Therapeuten formten die
Chirotherapie.

Chitin bildet bei
Insekten den Hautpanzer
anstatt der Knochen.

Eier sind schädlich
für Cholesterinwerte
und Gefäß-Enge.

Die Religion
des Christentums wurde von
Paulus erfunden.

Als sehr elitär
sind Christian Scientists
Fachkreisen bekannt.

Schneewittchen ist von
Cinderella bei Kindern
abgelöst worden.

Die Clarinette
erzeugt oft sehr hohe Töne
mit Ohr-Reizungen.

 

Ein echter Clou
ist immer überraschend
für die Zuschauer.

Cluster sind Haufen
von gleichen Zellkomplexen
bei den Versuchen.

 

Bunt-Illustrierte
eignen sich für Collagen
als Klebepapier.

 

Ziel des Commonwealth
war Reichen-Begünstigung,
nicht das Gemeinwohl.

 

Bald sind Computer
so weit, mit uns zu sprechen
ohne Vermittlung.

Computerdenken
elektronisch gesteuert
lenkt die Weltwirtschaft.

Computerspiele
verhindern Hirn-Entwicklung
bei kleinen Kindern.

Computerspiele
anstelle der Wirklichkeit
vernebeln den Geist.

Der Computer-Stick
beherbergt Intelligenz
im Miniformat

Cosi fan tutte
schrieb Mozart über Frauen
und ihr Verhalten.

CO-zwei sollte
über Algen in Treibstoff
verwandelt werden.

Cranio-Sakral-
Therapie beginnt am Kopf,
endet am Gesäß.

Als das Crescendo
wird eine anschwellende
Musik bezeichnet.

Es ist eine Crux,
wenn einem das Kreuz weh tut
beim Tragen.

Gelbgewürz Cumin
ist wichtiger Bestandteil
vom Currygewürz.

 

Scharfe Currywurst
ist bei Jungen sehr begehrt
mit recht viel Ketchup.

Wer die Currywurst
tatsächlich erfunden hat,
bleibt ein Geheimnis.

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Der 5-7-5er (Haiku und Senryu) aus der Silbenschmiede (Buchstabe D)

Die Silbenschmiede ist eine Werkstatt für Gedichte, die auf Spielen mit Silben beruhen. Sie soll die geistige Kreativität und den Humor fördern.
Die Idee dazu hatte mein Kollege Dr. med. Günther Neumeyer aus Hollenstedt. Er hat mir die Sammlung der Werke geschickt, die in einer Werkstatt entstanden ist, die er mit Freunden und Bekannten unterhält. Er hat mir auch erlaubt, alle Gedichte hier zu veröffentlichen. Dafür danke ich ihm sehr herzlich.
Die Sammlung wird kontinuierlich erweitert.

5-7-5-er,
auch Haiku (vorwiegend nur Naturthemen)
und Senryu (für allgemeine Themen des Lebens)

D*

Ein Stoff mit einge-
webten glänzenden Fäden
wird Damast genannt.

Samt und Seide
umhüllen noble Damen –
alles für  die Schau.

Die schönen Damen
stellen sich gerne zur Schau
bei dem Wettbewerb.

 

Dämonistische
Weltanschauungen fördern
oft die Neurosen.

 

Der Darwinismus
ist Illusionisten
besonders suspekt.

Dasein in der Welt
„ist wie es ist“. Keiner kann
es sich erklären.

Das Dauerplappern
zerrt bei Männern oft
am Geduldsfaden.

 

Unter der Decke
lassen sich die Wahrheiten
nicht lange halten.

Wenn man deduziert,
leitet man  eine  Sache
von anderen ab.

Defätismus ist
der Ausdruck für seine
Unterlegenheit.

Wenn  die Soldaten
defilieren, ziehen sie
in Reihen vorbei.

 

Das delirante
Dauer-Geplapper weist auf
die Hirnschädigung.

„De lira ire“
heißt „aus der Spur geraten“,
auch „Delir“ genannt.

Der Delir-Begriff
wird oft ganz unterschiedlich
synonym benutzt.

Post-Op-Delir
ist eine reversible
mentale Störung.

Auch starke Schmerzen
sind als Delir-Ursache
Klinkern bekannt.

Psychiater meint:
„Wer lange am Leben bleibt,
kann dement werden!“

 

Die Demokratie:
Vormals Erbe der Griechen.
Machtlos vor Gewalt.

Die Demokratie
anzuerkennen, fällt schwer.
Es fehlt die Übung.

Mit Demokratie
ist die Volksherrschaft gemeint.
Ein alter Irrtum.

Eitel sagt: „Ich weiß“.
Demut sagt bescheiden:
„Ich hab’s gehört“.

Wer die Sense schärft,
der ist dabei, die Sense
mit Kraft zu dengeln.

Die Denkaufgaben
regen die Plastizität
der Neuronen an.

 

Denken ist jedem
erlaubt. Doch machen davon
wenige Gebrauch.

Mit dem Haiku
wird das logische Denken
sehr deutlich gestrafft.

Der Menschen Denken
verschwindet im Internet
in Wissens-Blasen.

Bist du alleine,
förd’re das Denken.
Manchmal gibt’s Aufschluss.

Kritisches Denken
geht meist beim Vorwärtsstürmen
im Kampf verloren.

Wikipedia
und Google ersetzen fast
des Menschen Denken

Wenn zwei dasselbe
denken, dann ist oft einer
ganz überflüssig. (Winston Churchill)

Ein Mindestmaß
an Denkfähigkeit  ist gut
für das Verständnis.

Manche Denk-Krücken
versuchen Intelligenz
nur vorzutäuschen.

Lange Denkpausen
erklären die Langsamkeit
von Denkvorgängen.

 

Selber gestalten!
Der Silben-Reihen fördert
das Denkvermögen

Helles Tageslicht
vertreibt den Depressiven
ihre Depression.

An Regentagen
nehmen Depressionen zu.
Dann ist Licht gefragt.

Das Licht der Sonne
hebt im Sommer die Stimmung
der Depressiven.

Die Depressiven
essen statistisch sehr viel
Schokoladiges.

Saft- und kraftlos
schleichen  die Depressiven
sich durch ihr Leben.

Ein Beauftragter
von Vereinigungen ist
der Deputierte.

An Derby-Tagen
präsentiert sich die Mode
der reichen Leute.

Derwische wirbeln
in wildem Tanz umher
bis Trance sie befällt.

 

Wenn ein Ausländer
in Deutschland arbeiten will,
muss er Deutsch sprechen.

Deutsch – Sätze
bieten oft einen Eindruck
von Prozessionen.

Deutsch-Kreol-Sprache
aus Papua-Kolonie:
„I komm pick auf du!“

Wer diabolisch
grinst, der imitiert Teufel
und Bösewichte.

Diakritische
Unterscheidungen liefern
oft Aufklärungen.

 

Gesundheits-Diät
und Multivitamine
halten länger jung.

Diät-Therapie
ist bei Schulmedzinern
äußerst unbeliebt.

Ein guter Dichter
schluckt die Pfeife und gebiert
eine Lokomotive. (n. Montherlant)

Schneide einen Dieb
vom Galgen, so wird er dich
alsbald bestehlen.

Der Dieb schleicht des Nachts
in das Haus und stiehlt alles,
was einen Wert hat.

 

Klamm und sehr heimlich
wurde die Diebesbeute
zum Hehler gebracht.

Sie wandeln sich rasch,
die Befreiungsversprecher,
zu Diktatoren.

Diktatoren-Macht
stützt sich auf Panzerfahrer
und Lieferanten.

Der Massen-Aufruhr
zerbricht auf Dauer die Mächte
der Diktatoren.

Eine Diktatur
vereinfacht die Politik
für den Diktator.

Als ein Dilemma
wird eine Unterscheidung
manches Mal schwierig.

Ein Dilletant fängt
hundertmal an und gelangt
selten an sein Ziel.

Alle Dinge sind
geistgeboren, geistgewirkt,
ganz gesetzmäßig.

 

Jeder Diplomat
überlegt es sich zweimal,
bevor er nichts sagt.

Die Diplomatie
gewinnt die Zufriedenheit
Unterlegener.

Die Dirigenten
haben bei Überfüllung
noch einen Stehplatz.

Die hohe Stimme
ist im Kirchenchor als ein
Diskant vorhanden.

Bei Diskussionen
weiche Worte mit hartem
Fakten verwenden.

Von dem Dispatcher
wird die Lenkung von Gütern
zum Ziel erwartet.

Redewendungen
helfen oft bei Disputen
aus einer Klemme.

Die Dissertation
von Putin: abgeschrieben
aus US-Lehrbuch.

Der Abtrünnige
vom System gilt allgemein
als ein Dissident.

Wenn zwei Systeme
von einander wegstreben,
divergieren sie.

Längst Vergangenheit
sind doch die Bedingungen
des Gewalt – Djihad.

Der Dogmatismus
von Fundamentalisten
ist nicht ausrottbar.

„Wie geht’s denn heut’?
„Mir geht’ schon wieder ganz gut,
und Ihnen Doktor?

Von A bis Z ist
die Doktorarbeit
Net–verfasst worden.

Gute Lehrbücher
machen Doktorarbeiten
zum „summa cum“.

Doktorarbeiten,
abgeschrieben aus dem Net
sind nicht ganz legal.

Als Domestiken
bezeichnete man früher
Hausangestellte.

Bereits Donnerstag
räumen Beamte den Tisch
für den Freitag auf.

Als das Dossier
wird das Aktenbündel der
Sitzung bezeichnet.

Sexual-Drangsal
veranlasst Kinderschänder
zu strafbarer Tat. (H.H.)

Gut gestaltete
Draperie ist die Formung
des Faltenwurfes.

Wir sind drauf und dran,
uns den Pokal zu holen
für den Sportverein

Drei ist eine Zahl,
die bei fast allen Völkern
als Kraftspender gilt.

Selten lohnt sich ein
Dreiecksverhältnis
mit gleichem Geschlecht.

Dreiecksverhältnis
bedeutet, dass zwei meistens
zu kurz kommen.

Viel wurde gesagt
über die Dreieinigkeit.
Doch nichts Genaues.

Der Dreikäsehoch
hat uns hier in der Klasse
gar nichts zu sagen.

Der Dreikäsehoch
hat uns hier in der klasse
gar nichts zu sagen.

Nigel-nagel-neu
bekommt der Dreikäsehoch
ein Moped geschenkt.

Anfang Dreißig
hat mancher schon die Hälfte
des Lebens erreicht.

Wer mit Dreistigkeit
schnell ans Ziel kommen möchte,
verfehlt oft sein Ziel.

Fest verflochtenes
Baumwollgewebe entspricht
den Drillich-Stoffen.

Der Drückeberger
kennt keine Verpflichtungen
und keine Hilfen.

Spruchreife:  selten,
Druckreife: auch nicht so oft.
Länger nachdenken!

Das geht doch alles
drunter und drüber in der
Studentenküche.

Mit einer Dschunke
sind die Chinesen um die
Inseln gesegelt.

Duce als Retter
Man hat es ihm nicht gedankt.
Er wurde gehängt.

Beim Duett zu seh’n:
zwei Mäuler, die offen steh’n,
gemeinsam singend.

Die Duft-Therapie
verwendet bisher keinen
Achselhöhlenschweiß.

Mann sagt, es wäre
dumm gelaufen, wenn das Ziel
ganz verfehlt würde.

Es wäre doch dumm,
sich über Welt zu ärgern.
Es bleibt ihr egal!

Mancher Schlagertext
ist zum Sprechen viel zu dumm.
Nur Gesang hilft noch.

Auch ein Dummbeutel
versucht sich immer wieder
als Klugscheißer.

Wenn ein Dummbeutel
zu Besitz gekommen ist,
bewundert man ihn.

Dummdreistigkeiten
werden nur dann bewundert,
wenn sie was bringen.

Gute Manieren
verschaffen auch den Dummen
gewisses Anseh’n.

Dümmer geht’s nun
wirklich nicht“, sagt der Chef
zu seinem Lehrling

Dieser Einbrecher
stellte sich dümmer an, als
Polizei erlaubt.

Wer was Dummes sagt,
erfreut damit die Herzen
seiner Mitmenschen.

Dummheit anderer
ist eine gute Chance
für eigenen Sieg.

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